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Aktuell

Hermeneutische Probleme im Umgang mit Nietzsches Nachlass

Workshop der Internationalen Nietzscheforschungsgruppe Stuttgart

Nietzsches nachgelassene Aufzeichnungen und Entwürfe spielten und spielen in der Rezeption seines Denkens eine entscheidende Rolle. Bis heute herrscht keine Einigkeit darüber, welcher philosophische Status diesem Nachlass zukommt: Ist er bloß die überlieferte (Schreib-)Werkstatt eines stets werkorientiert arbeitenden Philosophen, welche seine intensiven Bemühungen um eine den Inhalten entsprechende Darstellungsform dokumentiert? Oder findet sich in ihm die Essenz von Nietzsches Philosophie, wie einst Martin Heidegger behauptete? Die diplomatische Transkription des Nachlasses in der KGW IX erlaubt es, die (philosophische) Relevanz desselben und sein Verhältnis zu den veröffentlichten Schriften neu zu problematisieren. Die kritische Lektüre einzelner Aufzeichnungen und Entwürfe soll den Ausgangspunkt für die Erarbeitung einer Hermeneutik bilden, die den besonderen Charakter des Nachlasses in Rechnung stellt und berücksichtigt, dass dieser mitunter anderen Strukturprinzipien unterliegt als die veröffentlichten Werke.

Lebenslauf

2012 Abitur am Friedrich-Schiller-Gymnasium Fellbach
2012-2018 Studium der Philosophie und Germanistik an den Universitäten Stuttgart und Olsztyn
2014-2018 Tutor am Institut für Philosophie der Universität Stuttgart
SoSe 2014 Tutor am Institut für Literaturwissenschaft der Universität Stuttgart
Seit 2014 Hilfskraft am Stuttgart Research Centre for Text Studies (SRCTS), dem Institut für Literaturwissenschaft und dem Centrum für reflektierte Textanalyse (CRETA)
Seit 2017 Mitglied der Internationalen Nietzscheforschungsgruppe Stuttgart (INFG)
Hilfskraft am Institut für Romanistik / Abteilung Romanische Literaturen I – Galloromanistik der Universität Stuttgart

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Publikationen

Herausgeberschaften

Editionen

Friedrich Wilhelm Joseph Schelling

Aphorismen über die Naturphilosophie

Die »Aphorismen über die Naturphilosophie« (1806/07) wie auch die zugehörigen »Aphorismen zur Einleitung in die Naturphilosophie« (1805) sind in der Forschung bisher weitgehend unbeachtet geblieben, obwohl sie einen bedeutenden Übergangstext von der Natur zur Freiheitsphilosophie Schellings darstellen.

Sie wurden ursprünglich in der kurzlebigen, in nur sechs Ausgaben erschienenen Zeitschrift »Jahrbücher der Medicin als Wissenschaft« veröffentlicht, die Schelling zwischen 1805 und 1808 herausgab und zu der er die maßgeblichen Beiträge beisteuerte. Die 469 »Aphorismen«, die sich in zwei Hauptteile sowie eine vorangehende Einleitung gliedern, sind in wesentlichen Teilen Reflexionen über das Absolute und knüpfen zwar noch an das »System der gesammten Philosophie« von 1804 an, enthalten aber zugleich auch den Übergang von der frühen, von Kant und Fichte ausgehenden Identitätsphilosophie hin in »ein langsames Abdriften zu den dunklen Bereichen des Seins« (X. Tilliette), denen sich Schelling nach 1806 verstärkt zuwendet. Hier vollzieht sich die systematische Voraussetzung für das, was die folgenden Schriften wesentlich ausmacht: das Ausloten des Dunklen in der Natur und damit in uns selbst. (© Meiner)

Hamburg: Meiner 2018 (Philosophische Bibliothek 713)

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Oswald Spengler

«Ich bin kein Propeht»

Erstmals aus dem Nachlass vollständig ediert: die politische Innenwelt des Autors des Untergangs des Abendlandes, wie sie sich in den als «Politica» geordneten Notizen niederschlägt. Eine widersprüchliche Lektüre.

Über einen Zeitraum von mehr als 20 Jahren dokumentieren größtenteils unbekannte Aufzeichnungen das Denken des vielleicht wirkmächtigsten Vertreters der sogenannten «Konservativen Revolution» zwischen Erstem Weltkrieg und Nationalsozialismus. Seine Thesen, vor allem sein Vergleich des «Untergangs» alter Zivilisationen mit der Entwicklung des Abendlandes, prägten jahrzehntelang Dichtung und Philosophie: Thomas Mann, Robert Musil, Hermann Hesse, Martin Heidegger, Theodor W. Adorno und viele andere beschäftigten sich kritisch mit Spengler. Von Anfang an reizten dabei sein herrischer Ton, seine zur Schau gestellte Kaltblütigkeit und sein deutschnationaler Aristokratismus, faszinierten aber auch die ungewöhnlichen neuen Blickwinkel auf Geschichte und Gesellschaft. Mit der Edition des politischen Nachlasses, der über 1300 einzelne Fragmente umfasst, wird ein Textkonvolut zugänglich gemacht, das es zum ersten Mal erlaubt, die Entwicklung der politischen und gesellschaftlichen Ideen Spenglers mit ihren Brüchen und Kontinuitäten jenseits der veröffentlichten Werke nachzuvollziehen. (© C. W. Leske)

Düsseldorf: C. W. Leske 2018 (Oswald-Spengler-Schriftenreihe 1)

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Paul Adler

Absolute Prosa. Elohim, Nämlich, Die Zauberflöte und andere Texte

Herausgegeben von Claus Zittel unter Mitarbeit von Fabian Mauch

Mit dieser Ausgabe, die das Erzählwerk des Prager Autors Paul Adler erstmals vollständig zugänglich macht, kann einer der großen literarischen Formkünstler der Moderne endlich wiederentdeckt werden.

Seine kühnen Prosaexperimente wurden von der zeitgenössischen Kritik sofort gerühmt, trotzdem ist Paul Adlers Werk später nur verstreut in Anthologien veröffentlicht und noch bis heute zu wenig beachtet worden. In jüngster Zeit mehren sich allerdings die Stimmen, die endlich die einzigartige Sprachkunst Adlers würdigen.
Seine wichtigsten Bücher, Elohim, Nämlich und Die Zauberflöte gehören ohne jeden Zweifel in eine Reihe mit den bedeutendsten Erzählexperimenten der deutschen Literatur der Moderne, sie sind Benns Der Garten von Arles und Kafkas Beschreibung eines Kampfes, was Raffinesse der Komposition, Musikalität und suggestiven Klangzauber angeht, ebenbürtig. Selten wurde radikaler mit den konventionellen Erzählgesetzen, mit Zeit- und Handlungsordnungen gebrochen, um noch den verschlungensten Bewusstseinsvorgängen der Protagonisten mit größtmöglicher sprachlicher Virtuosität zu folgen. Adlers Prosa ist frei von Zwängen, sie überrascht die Leser, sie ist «absolute Prosa» (Gottfried Benn). (© C. W. Leske)

Düsseldorf: C. W. Leske 2018 (Kometen der Moderne 1)

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Aufsätze und Artikel

  1. Anfang, Ende und Zyklizität in Spenglers Geschichtsdenken. In: Alina Kuzborska, Aneta Jachimowicz (Hg.): Anfang. Literatur- und kulturwissenschaftliche Implikation des Anfangs. Würzburg: Königshausen & Neumann 2018, S. 83-94;
  2. Spengler vor dem Untergang. In: Spenglers Nachleben. Studien zu einer verdeckten Wirkungsgeschichte. Hg. v. Christian Voller, Gottfried Schnödl, Jannis Wagner. Springe: zu Klampen 2018;
  3. Beiträge zur Quellenforschung. Nachweis aus Heinrich Romundt, Die menschliche Erkenntniß und das Wesen der Dinge (1872) und Gottfried Wilhelm Leibniz, Nouveaux Essais sur l’entendement humain. Livre I-II / Neue Abhandlungen über den menschlichen Verstand (1704). In: Nietzsche-Studien 56 (2017), S. 239-241.

Tagungs- und Konferenzberichte

  1. La philosophie de la vie entre la France et l’Allemagne: Politique et éthique du vivant aujourd’hui. [Konferenzbericht zu "Die Lebensphilosophie zwischen Frankreich und Deutschland" (Wuppertal, 08.-10. März 2017), frz. Üb. Olivier Agard].

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Vorträge

  1. Ernst Kapps Grunlinien einer Philosophie der Technik, Vortrag auf dem 4. Freudenstädter Forschungskolloquium im Kloster Höchst (24. bis 26.11.2017);
  2. "ganz und gar leiden". Ernst Jüngers Kaukasische Aufzeichnungen. Vortrag auf der Vernetzungstagung der GermanistInnen aus den Baltischen Staaten. Der Osten Europas und die deutsche Literatur. Johannes Bobrowski und andere (21.-23. September 2017 an der Vytautas-Magnus-Universität, Kaunas);
  3. "Die Spuren einer neuen Welt". Novalis’ Europa-Rede (Konferencja naukowa "Reformacja w Prusach" Olsztyn, 19-20 IX 2017);
  4. Anfang, Ende und Zyklizität in Spenglers Geschichtsdenken (ANFANG – Internationale Wissenschaftliche Konferenz an der Warmia und Mazury-Universität in Olsztyn. 14.04.-16.04.2016);
  5. Quellen und Aneignungsformen bei Spengler. Vortrag auf der Tagung "Resonanzen" (27.-29. Januar, Leuphana Universität Lüneburg);
  6. VL "Einführung in die Geschichte der Philosophie" (Universität Stuttgart):
    1. 20.1.2015 (WiSe 14/15): Die Stellung der Kunst im Denken Adornos;
    2. 19.1.2016 (WiSe 15/16): Der Essay in der deutschen Philosophie;
    3. 24.1.2017 (WiSe 16/17): Spengler und Russland;
    4. 30.1.2018 (WiSe 17/18): Die Lebensphilosophie.

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Lehre

Seminare


SoSe 2017 Wittgensteins philosophische Quellen (gemeinsam mit Dr. Ulrike Ramming, Universität Stuttgart)
SoSe 2016 Klassische Texte der deutschen Philosophie (Universität Olsztyn), im Lehrplan angeboten; aufgrund zu weniger Anmeldungen nicht zustande gekommen

Tutorien


SoSe 2014 Einführung in die Praktische Philosophie (Universität Stuttgart)
Einführung in die Literaturwissenschaft: Kanonische Texte (Universität Stuttgart)
WiSe 2014/15 Die Objektivität der Moral (Universität Stuttgart)
Einführung in die Geschichte der Philosophie (Universität Stuttgart)
WiSe 2015/16 Einführung in die Geschichte der Philosophie (Universität Stuttgart)
WiSe 2016/17 Einführung in die Geschichte der Philosophie (Universität Stuttgart)
WiSe 2017/18 Einführung in die Geschichte der Philosophie (Universität Stuttgart)

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Webdesign (Auswahl)

  1. Oswald Spengler Schriftenreihe des SRC Text Studies im C. W. Leske Verlag
  2. Internationale Nietzscheforschungsgruppe Stuttgart
  3. Max-Bense-Forschungsstelle am SRC Text Studies
  4. Publikationen des SRC Text Studies
  5. Personalbibliographie Käte Hamburger
  6. Projekt Magische(s) Gestalten in der christlichen Welt. Über die Bedeutung von Zauberern, Magiern und Hexen und ihre »Lenkung der Dinge« in der italienischen Literatur der Renaissance (gefördert von der Fritz Thyssen Stiftung)
  7. Forschungsnetzwerk zu Zeichnungen in Hell und Dunkel auf farbig grundierten Papieren im oberdeutschen Raum um 1500

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